tenkollegium gab. Die Funktion dieses am besten bezeugten Amtes wird dagegen lapidar auf einer halben (!) Seite abgehandelt. Naheliegende politische oder militärische Aufgaben werden erst gar nicht in den Blick… Click to show full abstract
tenkollegium gab. Die Funktion dieses am besten bezeugten Amtes wird dagegen lapidar auf einer halben (!) Seite abgehandelt. Naheliegende politische oder militärische Aufgaben werden erst gar nicht in den Blick genommen, weil sie in den Inschriften nicht explizit genannt und Angaben wie die des Aristoteles, dass „im Kriege die Kosmoi die Führung innehaben“ (Pol. 1272a), hier eben ignoriert werden. Nun stellen die Vf. aber fest, dass es sich bei dem ksenios genannten Beamten um ein Mitglied des Kosmenkollegiums handelte, und sie übertragen diesen Befund überzeugend auf den dikastas. Leider sind sie aber nicht konsequent genug, diese Überlegungen gleichermaßen auf den inschriftlich bezeugten startagetas auszuweiten und ihn als mit militärischen Aufgaben betrauten Kosmos zu verstehen (obwohl die Inschrift G80 = Nomima I 7 dies mehr als nahelegt, wenn sie einen startagetas nennt, der „als Kosmos amtiert“). Es drängt sich der Eindruck auf, dass G. und P. diesen folgerichtigen Schluss vermeiden, weil die oben zitierte Angabe des Aristoteles ansonsten an Gewicht gewänne und ihrer a priori-Annahme widerspräche. Alles in allem vermittelt das Werk also einen zwiespältigen Eindruck: Als Quellensammlung und Grundlage für weitere Untersuchungen ist es von unschätzbarem Wert, wohingegen es als inhaltliche Einführung in politische und gesellschaftliche Strukturen Kretas nur bedingt empfehlenswert erscheint.
               
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